Jamie cullums weihnachtliche Swing-Jazz-Poesie

12. Dezember 2021

UNAUFGEFORDERTE WERBUNG

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

Weihnachten kommt nie aus der Mode! Jamie Cullum, der sich auf seinem Weihnachtsalbum "The Pianoman At Christmas" auf eine winterliche Wunderlandreise in die Welt der Swing-Jazz-Poesie begibt, unterstreicht mit seinen zehn selbstkomponierten Einspielungen, wie beschwingt, heiter, laut und nostalgieverliebt die allerheiligste aller Zeiten sein kann.

 

Angelehnt an All-time-Klassiker aus der Swing-Jazz-Ära klingen die Songs, von denen jeder einen ganz eigenen musikalischen Ton anschlägt, mal voller Esprit, laut aufgedreht in großer Big Band Manier, mal leicht und locker aus der Hüfte geschwungen und dann wiederum so zuckersüß und samtweich wie verführerisch duftendes Weihnachtsgebäck.

 

Die moderne unverwechselbare Handschrift des Künstlers findet sich auf allen Songs wieder. Obgleich der zeitlos musikalische Charakter der Eigenkompositionen an Jazzlegenden wie Bing Crosby, Nat King Cole oder gar Frank Sinatra anknüpft, so erfrischend neu, unkonventionell und mit Popularmusik durchfärbten Akzenten versehen, hört man Cullums eigensinnigen Stil mehr als deutlich heraus.

 

Und gleich beim ersten Reinhören haftet den peppig jazzigen Songs Ohrwurmpotenzial an.

 

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

Kinematografische Texturen, dichte Streicherarrangements und süffig harmoniesatte Balladen, die einem wie Honig sanft den Gehörgang herunterlaufen, machen Cullums Album, auf dem sich der Jazz auch mal rhythmisch kreischend aufbäumt, zu einem sinnlich-luxuriösen Musikerlebnis, in dem ganz besonders auch seine Lyrics eine zentrale Rolle spielen.

 

Denn als ehemaliger Literaturstudent kennt sich der Künstler mit seiner poetischen Ader wortschöpferisch bestens aus. Und so entstehen nicht nur balladenhafte Songs und Big Band Arrangements, die sich allein auf den Klangcharakter und die Harmonien stützen, sondern insbesondere durch den tieferen lyrischen Sinn bestechen.

 

"Turn on the Lights" ist so ein Song, bei dem Jamie Cullum ein klangpoetisches Bild aus gefühlt tausend Lichtern malt. Es ist der Tag der Tage. Weihnachten rückt mit jeder Sekunde näher. Die Lichterketten am Haus und in den Räumlichkeiten werden angezündet. Alles ist prächtig illuminiert und strahlt glanzvoll hell in die Nacht.

 

Die Musik, die so opulent durch eine ganze Armee von Streichern, Glockenspielern und Bläsern aufbegehrt, untermalt gekonnt dieses stimmungsvolle Bild aus weihnachtlichen Lichtermeeren, Glückseligkeit und dieser freudigen Aufgeregtheit, die wie Schmetterlinge im Bauch wild durcheinander flattern.

 

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

Mit einem ruhigeren tonalen Flügelschlag und einem bittersüßen Sehnen verquickt, erlebt man bei "Beautiful Together" das lang erwartete Zusammentreffen der Familien zum Fest der Liebe.

 

Ausgewogen klangsatt eröffnen Streicher die unaufgeregte Swing-Nummer, die sich alsbald in einem verlorenen Pianogeplänkel verliert.

 

Irgendwie erinnert der Sound an "Have Yourself A Merry Little Christmas".

 

Gejammed, gerockt und wildchaotisch wird es dann plötzlich bei "Hang Your Lights" und "The Jolly Fat Man" Letzterer erzählt die Geschichte der vielen Weihnachtsmänner, die in der Vorweihnachtszeit Einkaufszentren belagern, um Kinderträume wahr werden zu lassen.

 

Nur wer ist eigentlich der echte Santa Claus? Genau darum geht es in diesem liebenswerten Song mit überdrehtem Big Band Sound.

 

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

Eine Prise Weltschmerz wird bei "Christmas Caught Me Crying" offenkundig. Sentimental und in vergangenen Tagen schwelgend, singt Cullum nur von gedämpfter Pianountermalung begleitet diesen traurig anrührenden Song, mit dem sich wohl jeder identifizieren kann, der jemals einen Menschen verloren hat und um seine Trauer nicht verlegen ist.

 

"How Do You Fly" lässt hoffnungsvollen Träumen Raum zum Atmen. Leicht, beinahe schwebend gestalten sich die musikalischen Höhenflüge, die durch Glockenspieler, Streicher und klaviertuose Leichtigkeit potenziert werden.

 

Der Realität entkommend, sucht der Erzähler dieses Songs eine magische Welt fernab des Alltäglichen. Dafür muss er fliegen können und fragt sich, wie es sich wohl anfühlt, durch die Lüfte hoch über der Erde zu gleiten, abzuheben, ohne abzustürzen.

 

Aus den unschuldigen Kinderträumen erwächst eine Erwachsenenrealität, in der das Fliegen nicht verboten, nicht unmöglich ist. Nur wie man fliegt, weiß allein das Kind in einem selbst.

 

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"

Krönender Abschluss oder besser gesagt das Sahnehäubchen auf dem christlichen Gabentisch ist die elegante Big Band nummer "Christmas Never Gets Old".

 

So erfrischend, so lässig entspannt stimmt die up-beat Nummer auf rhythmisch tanzbare Weihnachtstage ein.

 

Und ja, Weihnachten ist vielleicht ein "Oldtimer", doch so wie Jamie Cullum das herzerwärmend christliche Fest mit dieser Kompilation herausragender musikalischer Sahneschnitten interpretiert und gepimpt hat, wird aus der oftmals steifen jährlichen Pflichtveranstaltung ein großes, fröhlich tönendes Fest, das mit schillerndem Swing, nostalgischem Flair und sentimentaler Entrücktheit musikalische à la carte Weihnachtsdelikatessen serviert.

 

"Christmas Never Gets Old"... und old-fashioned schon mal gar nicht. Nicht, wenn Jamie Cullum den "Pianoman at Christmas" zum Besten gibt.

 

©Screenshot / The Making of "The Pianoman At Christmas"


©CD-Cover "Jamie Cullum "The Pianoman At Christmas"

Auf der Extended Complete Edition von "The Pianoman At Christmas", finden sich unter den aufregend neuen Swing-Jazz-Nummern Allzeitklassiker wie "Let It Snow", "Winterwonderland", "Amazing Grace" und Silent Night".


©Vevo / The Making of "The Pianoman At Christmas"

The Making of "The Pianoman At Christmas" zeigt Einblicke in die Entstehung der gleichnamigen CD-Einspielung.

Im Aufnahmestudio erlebt man einen Jamie Cullum, der sich gedanklich mit den Titeln auf seinem Album auseinandersetzt und seine Inspirationen zu jedem Song mit seinen Fans teilt.

 

©Vevo / Turn On The Lights

Das Musikvideo zu Turn On The Lights mit Jamie Cullum in Aktion. Dieser populäre Weihnachtshit macht so viel Laune auf ausgelassene vorweihnachtliche Aktivitäten und stimmt heiter auf die kommenden Festtage, dass man glatt vergisst, wie deprimierend diese Zeit gerade ist.

 

Also, "Turn On The Lights", und lasst es in dieser stillen, dunklen Zeit endlich Licht werden.


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