Klassik-Highlights Februar 2022

08. März 2022

UNAUFGEFORDERTE WERBUNG

©Collage Operaversum / Photo credits Gregor Hohenberg - Julian Hargreaves - Franziska Schrödinger

Nach dem Konzert ist immer auch vor dem Konzert. Deshalb sind musikalische Rückblicke für mich grundsätzlich auch das Salz in der Suppe, denn sie machen Vorfreude auf die vielen zukünftigen Opern- und Konzerterlebnisse, denen ich immer mit höchster Spannung entgegenfiebere.

 

Vielleicht gerade aus diesem Grund brauche ich auch eine Rückschau, mit der ich das auflodernde Feuer der Vorfreude erst so richtig anheizen kann.

 

Zwar kommt mein gesunder Appetit meistens erst beim Essen, ergo beim Konzerterlebnis. Doch wenn ich zuvor bereits etwas unglaublich Genussvolles verkonsumiert habe, erinnere ich mich gerne und mit großer Freude daran.

 

Opern- und Konzertbesuche, ob vergangen oder zukünftig, sind für mich die kulturellen Delikatessen schlechthin, von denen ich nie genug bekommen kann.

 

Blicke ich nun zurück auf den musikalischen Februar 2022, so kann ich von vielen spannenden konzertanten und melodramatischen Ereignissen berichten, von denen Letztere sich auch im echten Leben abgespielt haben.

 

Während viele Opernbetriebe durch restriktive Pandemiemaßnahmen weiterhin gegängelt wurden, die Wiener Staatsoper noch bis in den Februar hinein mit einer äußerst strikten 1G-Zutrittsregelung herumhantieren musste, kamen auch schon die besonderen Sahnehäubchen der Programmsaison auf den Präsentierteller der internationalen Opernbühnen.

 

So debütierte der Weltstar Jonas Kaufmann als Peter Grimes bereits im Januar 2022 an der Wiener Staatsoper und legte sowohl als frischgebackener Kammersänger des Hauses als auch rollenversiert eine absolute Punktlandung hin. Verliehen wurde ihm diese Auszeichnung am 02. Februar 2022 im Rahmen seiner dritten Peter-Grimes-Aufführung.

 

Zwischenzeitlich strahlte ARTE Concerts den im Jahr 2021 an der Wiener Staatsoper neuinszenierten "Barbier von Sevilla aus", der mit komödiantischen Tiefgang sogar die ernsthaften Akzente des Stückes an die Oberfläche spülte.

 

Geld oder Liebe? Diese Frage musste sich die litauische Sopranistin Asmik Grigorian in ihrer Rolle als Manon Lescaut stellen. In einer kontroversen Inszenierung an der Wiener Staatsoper wurde die Abhängigkeit der Frauenfigur in einer konsumgeschwängerten Gesellschaft lupenrein in den Fokus gerückt.

 

Das Daniel Hope nicht nur ein Violinist im klassischen Sinne ist, sondern auch mal beherzt auf der Irish Fiddle herumfiedelt, zeigt der Geiger der Hoffnung und der Humanität in seiner ARTE-Concert-Reihe: Hope on the road. Daraus entstanden ist ein unverwechselbares Portrait, das den Künstler von seiner zutiefst menschlichen und sehr nahbaren Seite zeigt.

 

Und wie sieht es mit den Glücksgefühlen von Opernsängern aus? Auch diesem Thema bin ich im Februar auf den Grund gegangen und habe nun Grund genug, um mit dem Singen nicht mehr aufzuhören.

 

Endlich an die frische Luft. Wer freut sich nicht auch schon auf die Opernfestspiele, die alljährlich im Sommer, vorzugsweise auf Freiluftbühnen, veranstaltet werden. 15 einzigartige Open-Air-Schauplätze habe ich im Februar recherchiert und für so sensationell befunden, dass ich sie alle am liebsten noch diese Saison aufsuchen möchte.

 

Bleibt nur noch zu sagen, der Februar war mit außerordentlich spannenden und besonderen musikalischen Ereignissen gepflastert und wurde nur noch von einem ganz besonderen Highlight übertroffen:

 

Mein Interview mit der charismatischen Sopranistin Nikola Hillebrand, mit der mich, wie ich feststellen konnte, ein paar Gemeinsamkeiten verbinden, wie beispielsweise das Wandern und die Liebe zu den Bergen und der Natur.

 

Über viele Themen haben wir gesprochen. Zeit war während unseres Gesprächs keine limitierende Größe und der Gesprächsstoff wäre uns auch noch lange nicht ausgegangen, hätte ich dem Interview nicht einen festgesteckten Rahmen gesetzt.

 

Herausgekommen ist ein sehr persönliches Portrait einer jungen, aufstrebenden Künstlerin, der ich von Herzen allen Erfolg der Welt wünsche.

 

Und nun viel Spaß beim Stöbern in meiner Februar-Auswahl für klassische Musikgenüsse.



©Franziska Schrödinger

Im Gespräch mit Nikola Hillebrand: Die Magie der Oper ist unbeschreiblich

Wenige Tage vor unserem virtuellen Treffen war sie noch als Pamina in Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte an der Semperoper in Dresden zu bewundern. Nun sitzt mir die Sopranistin Nikola Hillebrand...

 



©Screenshot Arte TV

Rolando Villazóns beschwingtes Galakonzert zum 50. Geburtstag

"Senõr 100.000 Volt" oder auch der "Mexikanische Wahnsinn", wie er so oft genannt wird, gibt just einen Tag vor seinem 50. Geburtstag ein Gala-Benefizkonzert in Salzburg.

 



©Screenshot MediciTV / Nadine Sierra

Nadine Sierra singt für eine bessere Welt im Salle Gaveau in Paris

Wer für eine bessere Welt, verbesserte Lebensbedingungen und ein starkes Wir-Gefühl kämpft, weiß ganz genau, wofür er einsteht. Der charismatischen US-amerikanischen Sopranistin Nadine Sierra...

 



©Bregenzer Festspiele

Opernfestspiele an 15 einzigartigen Open-Air Standorten

Wer freut sich nicht auch wieder auf den bevorstehenden Sommer, wenn die Tage deutlich länger werden, die Festspielsaison Einzug hält und damit das Operngeschehen...

 



©Julian Hargreaves

9 Gründe warum Opernsänger glücklicher sind und länger leben

Singen macht Spaß, gute Laune und verbreitet positive Energie. Wer Kinder beim Singen beobachtet, weiß, dass der tönenden Luft etwas Faszinierendes anhaftet, etwas so ansteckend glücklich...

 



©Daniel Waldhecker

Daniel Hope - Geiger der Hoffnung und der Humanität

Hope at Home, Hope at Christmas, Hope on the road! Daniel Hope, Geiger der Hoffnung und der Humanität. Auch wenn der Ausnahmeinterpret an der Geige, der bereits seit 30 Jahren...

 



©Michael Pöhn / Wiener Staatsoper

Die unwiderstehliche Manon Lescautan an der Wiener Staatsoper

Geld oder Liebe? In Puccinis melodramatischer Oper Manon Lescaut wird die Protagonistin Manon alias Asmik Grigorian genau vor diese Entscheidung gestellt - entweder oder!

 



Mehr Zeit für Schöngesang - Wenn die Stimme am Anschlag ist

Vor der Pandemie schien so manche Stimme überfordert. In der Hektik des permanenten Termindrucks, einen Opernmarathon nach dem anderen bewältigen zu müssen, blieb nur der verbissene Fokus auf die Haltbarkeitsdauer des menschlichen Stimmorgans.

 



©Michael Pöhn / Wiener Staatsoper

Komödiantischer Tiefgang beim Barbier von Sevilla an der Wiener Staatsoper

Opera buffa oder Commedia dell´Arte? Bei Rossinis Meisterwerk "Der Barbier von Sevilla" ist die Unterscheidung dieser beiden sich ähnelnden musikalischen Abspreizungen nicht unbedingt eindeutig.

 



©Michael Pöhn / Wiener Staatsoper

Jonas Kaufmann als Peter grimes an der Wiener Staatsoper

Der einsame Mann und die gefährlichen Tiefen des Meeres. Tobend, aufbrausend, wütend, unergründlich, unberechenbar und eiskalt mäandert das melodramatische Schauspiel des Komponisten Benjamin Britten...