"Oper hautnah erleben...das bedeutet Gänsehautmomente, die mir elektrisierende Schauer von den Fußspitzen bis zu den Haaransätzen den Körper wohlig rauf und runter jagen. Mein Herzschlag erhöht sich, mein Puls fängt an zu rasen. Die Aufregung steigt mir bis zum Hals. Mit erwartungsvoller Anspannung beobachte ich das geschäftige Treiben im Parkett und in den Rängen. Die Musiker betreten den Orchestergraben und stimmen ihre Instrumente. Es klingt nach einer Kakophonie, dennoch genieße ich es. Langsam gehen die Lichter im Saal aus, es wird dunkel. Der Dirigent betritt das Stehpult. Das Publikum applaudiert. Dann wird es mucksmäuschenstill. Mit dem Erheben des Taktstockes erfasst mich, wie aus dem Nichts, die volle Wucht der tonalen Magie. Es ist ein überirdischer Zauber, der von mir sofort Besitz ergreift und mich gefangen nimmt,

 

...gefangen in dem unendlich schönen Universum der Oper!"

 


wenn nichts mehr hilft, hilft nur noch singen!

29. JULI 2020

Kolumne

©Nicole Hacke

Ich habe schon so vieles ausprobiert, wenn es darum ging, Stress abzubauen, entspannter und gelassener zu werden, meine innere Balance und meinen Seelenfrieden zu kultivieren, ganz zu Schweigen von der Suche nach dem alles gepriesenen und viel beschworenen Glück, das sich nie so richtig bei mir einstellen wollte. Als ich es zuletzt mit dem Singen versuchte, wurde plötzlich alles ganz einfach.

 



manon lescaut, puccinis femme fatale

ALS VIDEO-ON-DEMAND DER BSO MIT JONAS KAUFMANN UND CHRISTINE OPOLAIS

19. JULI 2020

Rubrik Oper

©Wilfried Hösl / Bayerische Staatsoper

Es ist das Schicksal der Menschheit, das aus der Liebe eine fatale, zerstörerische Konstellation erwachsen lassen kann. Eine klassische Amour fou, wie sie im Bilderbuch steht, untermauert die zum Scheitern verurteilte Liebesgeschichte zwischen dem Schwerenöter Renato de Grieux und der zauberhaften, obgleich berechnenden Manon Lescaut.

 


vom fluch und segen der bühnentür

10. JULI 2020

Kolumne

©Nicole Hacke / Bühnentür Amsterdam 2017 - Tenor Jonas Kaufmann

Von Anbeginn war sie mir suspekt. Die Bühnentür - ein Ort, den seinerzeit Groupies aufsuchten, um ihren Musikidolen in hysterischer Manie kreischende Liebesbekundungen an den Kopf zu ballern. Und jetzt stand auch ich hier, an genau so einem Ort, an dem ich mich deplatziert und unzugehörig fühlte, denn ich war ganz sicher kein Groupie und auch nicht der Typ Frau, der schmachtend einfach so auf fremde Männer wartete, selbst dann nicht, wenn sie berühmt waren.

 


13 musikalische montage und ein klangvoller abschied

KIRILL PETRENKOS LETZTES KONZERT AN DER BAYERISCHEN STAATSOPER

02. JULI 2020

Rubrik Konzerte

©Wilfried Hösl / Bayerische Staatsoper - Dirigat Kirill Petrenko

Es war das letzte Montagskonzert der aktuellen Spielzeit. Und es war zugleich ein Abschied von einem großen Künstler, der es verstand, Münchens renommiertestem Kulturtempel musikalische Hochgenüsse zu entlocken. Die Bayerische Staatsoper beendete die scheidende Opernsaison mit einem musikalischen Programm, das ganz auf den noch amtierenden Generalmusikdirektor des Hauses zugeschnitten schien.

 


dann treffen wir uns einfach virtuell!

EINE ETWAS ANDERE PRESSEKONFERENZ ZUR OTELLO GESAMTAUFNAHME MIT JONAS KAUFMANN

24. JUNI 2020

Rubrik Künstler

©Musacchio, Ianniello & Pasqualini / virtuelle Pressekonferenz vom 15. Juni 2020 -  Jonas Kaufmann

Auch Pressekonferenzen müssen mittlerweile "Social-Distancing" konform gehen. Dem Münchner Tenor Jonas Kaufmann blieb daher leider nichts anderes übrig, als sich mit den Pressevertretern gemäß aktuell geltender Abstandsregelungen zu treffen: und zwar auf digitalem Wege. Seine Albumveröffentlichung des Verdi-Klassikers Otello wurde daher per Zoomwebinar am 15. Juni vorgestellt und ermöglichte mehr als 150 Journalisten den virtuellen Zugang zu einer musikfachlichen Diskussionsbühne, die spannend, unterhaltsam und mitten drin im Geschehen war.

 


jonas kaufmanns stärkste rollenpartie - Otello!

EINE GESAMTAUFNAHME DER SUPERLATIVE

18. JUNI 2020

Rubrik Künstler

©Nicole Hacke / CD Cover Sony Classical / Foto Gregor Hohenberg

Als im Sommer 2017 ein Weltstar den Mount Everest bezwang, und zwar im vokalathletischen Sinne, war die Aufregung um das bevorstehende Großereignis so enorm, dass sämtliche Opernvorstellungen am Covent Garden in London bereits Monate im Voraus bis auf den letzten freien Sitzplatz ausgebucht waren, denn kein Geringerer als der Münchner Tenor Jonas Kaufmann wollte der Welt zeigen, dass er endlich soweit war, sich an eine der schwierigsten Rollenpartien des Opernfachs heranzuwagen: Verdis Otello.

 


ist musikalisches talent zufall?

04. JUNI 2020

Kolumne

©Nicole Hacke

Wo kämen wir denn da hin, wenn wir uns einfach auf unserem Talent ausruhen könnten! Im Leben wird uns nichts geschenkt. Und wenn von Gott gegeben, uns Talent in die sprichwörtliche Wiege gelegt wurde, dann bleibt es auch meistens in den Kinderschuhen stecken, wenn wir es nicht nähren, stark und groß machen.

 


Qualität in der oper zahlt sich aus

29. MAI 2020

Kolumne

©Nicole Hacke

Unmissverständliches Kopfschütteln erlebe ich häufig, wenn ich von meinen besonderen Konzertbesuchen berichte, für die ich häufig tiefer in die finanzielle Tasche greife. Qualität in der Oper zahlt sich aus! Und das ist nicht nur so dahingesagt. Wer formvollendeten Genuss in musikalischer Perfektion mit emotionaler Tiefenwirkung erleben will, der ist immer gut beraten, auf das Kleingedruckte im Besetzungsplan zu achten. Dort reihen sich nämlich die Schausteller in einer Liste hintereinander auf. Und zwischen den Zeilen, wenn man es weiß, liest man dann noch, wer gut singt, gut spielt und wer es eben nicht tut.

 


musik im freien fall!

20. MAI 2020

Kolumne

©Nicole Hacke / Blick auf die Elbphilharmonie

Kultur ist nicht systemrelevant! Warum eigentlich nicht? Warum zählt in Zeiten der Gesundheitskrise nichts so wenig, wie die feingeistigen Genüsse? Musik ist wichtig, Kultur ist relevant für eine Gesellschaft. Ohne sie kann keine Nation prosperieren, sich geistig, kreativ und intelektuell entfalten. Ganz besonders in diesen deprimierenden, farb- und klanglosen Tagen bräuchten wir dringender denn je das Erlebnis eines akkustischen Events, in einem Konzerthaus, im sozialen Miteinander, im Dialog mit der Kunst auf der Bühne. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass die Konzertsperre bis Ende August 2020 noch weiter in die Verlängerung geht.

 


jonAs kaufmann - ungeschminkt!

EIN KÜNSTLERPORTRAIT

15. MAI 2020

Rubrik Künstler

©Gregor Hohenberg / Sony Classical

Latin Lover der Oper, Startenor und derlei vieler Superlativen muss der Münchner Tenor Jonas Kaufmann immer wieder über sich ergehen lassen. Offensichtlich scheinen ihm diese maßgeschneiderten Attribute nicht gut zu passen, zu gerne zeigt er sich außerhalb der Opernmanege in bewusst bequemer und sportiver Kleidung. Lässig, unangestrengt und bodenständig, ganz offensichtlich sogar mit einer natürlichen Bescheidenheit gesegnet, so erlebt man den stimmlich baritonal eingefärbten Tenor, der die samtig tiefen Töne zum Schmelzen bringt, mal am Bühneneingang, mal bei einem exklusiveren Meet & Greet, immer häufiger auch gar nicht.

 


die Oper für einsteiger

GROSSE GEFÜHLE UND WAHRHAFTIGKEIT BEI ANDREA CHÉNIER

07. MAI 2020

Rubrik Oper

©Wilfried Hösl / Bayerische Staatsoper

Vier Mal habe ich Umberto Giordanos Oper Andrea Chénier an der Bayerischen Staatsoper in München schon gesehen. Und ich könnte sie noch Hunderte von Malen sehen, ohne der Handlung und der Musik je überdrüssig zu werden, denn mit Andrea Chénier verhält es sich so, wie mit dem Allzeit-Klassiker des Films "Vom Winde verweht". Die Geschichte, die sich in den Wirren und dem Chaos der Französischen Revolution abspielt, erzählt von einer großen, unverwüstlichen Liebe zwischen zwei Menschen, deren beider Herkunft nicht konträrer sein könnte.

 


wenn montage zu musikalischen lichtblicken werden

DIE MONTAGSKONZERTE AN DER BAYERISCHEN STAATSOPER

30. APRIL 2020

Rubrik Konzert

©Wilfried Hösl / Bayerische Staatsoper - Tenor Jonas Kaufmann

Wer sich sonntags nicht auf montags freut, der macht irgendetwas falsch. Denn es gibt tatsächlich wieder Grund genug, den Wochenanfang freudestrahlend zu begrüßen - und zwar musikalisch - denn die Montagskonzerte der Bayerischen Staatsoper sind zurück. Jeden Montag ab 20:15 Uhr gibt es eine kleine, aber feine Programmauswahl unterschiedlichster Interpreten, die per Livestream über das online Portal www.staatsoper.de abgerufen werden kann.

 


treppenhauskonzerte

WENN DU NICHT INS KONZERT KANNST, DANN MUSS DAS KONZERT EBEN ZU DIR KOMMEN!

27. APRIL 2020

Kolumne

Bereits morgens, direkt nach dem Aufstehen, gleich unter der Dusche, trällere ich die ersten Lieder vor mich hin. Ich liebe es, zu singen, könnte stundenlang singend meinen Tag ausfüllen und mir kurz vor dem Zubettgehen noch ein kleines Gute-Nacht-Lied vorsummen. Mein Leben wäre allein durch das Musizieren und insbesondere durch das Singen so gut wie vollkommen, wäre da nicht die zermürbende Ungewissheit, die mich, genau wie viele andere, vor der Zukunft zurückschrecken lässt.

 


dolce vita auf der Waldbühne

EIN ITALIENISCHER ABEND MIT JONAS KAUFMANN

17. APRIL 2020

Rubrik Konzert

©Harald Hoffmann / SonyEntertainment

Das Wasser quatscht aus meinen Pumps, mein Rücken und mein Allerwertester sind bis auf die Unterhose pitschnass, mein leichtes Sommerkleid haftet an mir, wie eine klebrige Masse. Wie ein begossener Pudel sitze ich in der vierten Reihe des Parketts vor der überdimensionalen Waldbühne in Berlin und zittere am ganzen Körper wie Espenlaub. Auch das Plastikcape, dass ich mir nach dem unerwarteten Regenguss geschwind überstülpe, in der Hoffnung dadurch ein wenig aufzuwärmen, nützt mir so gut wie gar nichts.

 


zurück in die 20er Jahre mit max raabe

08. APRIL 2020

Rubrik Künstler

©Gregor Hohenberg / Max Raabe

"Abends, wenn die Lichter glüh´n...", so heißt ein alter Gassenhauer aus den 20er Jahren. Er besingt das Alleinsein in der Großstadt, verbunden mit der ewigen Sehnsucht nach Liebe. Ich suche sie zwar nicht mehr, habe ich sie doch schon längst gefunden. Nur was kann schöner sein, als sich auf musikalische Weise diesem wundervollen Thema immer wieder anzunähern. Aus diesem Grund bin ich heute Abend, ebenfalls alleine, unterwegs zum Admiralspalast, um mir den fantastischen Max Raabe und sein Palastorchester zum ersten Mal Live anzuhören.

 


filmreifer sprint zum covent garden

...DENN DIE OPER WARTET NICHT!

01. APRIL 2020

Kolumne

©Nicole Hacke / Blumenschmuck am Covent Garden

Diese Geschichte ist kein Aprilscherz, aber lustig und erheiternd ist sie dennoch. Passend zum ersten April eben! Pleiten, Pech und Pannen auf dem Weg zur Oper können jeden ereilen. Doch wenn eine Katastrophe die nächste jagt, ist auch irgendwann Schluss mit lustig. Wie ich den Katakomben der Londoner Tube entkam und unglamourös, wie selbst Aschenputtel es sich nie hätte erträumen lassen, kurz vor knapp in der Londoner Oper am Convent Garden aufschlug, erfahrt ihr in meinem Beitrag. Es war tatsächlich ein filmreifer Sprint, den ich nie vergessen werde und den ich nur allzu gerne, gerade in dieser krisenbehafteten Zeit, mit Euch teilen möchte. Amüsieren ist zwingend erlaubt!